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Fesselflug


Geschichte

Der Fesselflug wurde erstmals im Jahre 1920 urkundlich erwähnt. (Böse Zungen behaupten, dass bereits Kinder in prähistorischen Zeiten Gegenstände an Schnüren durch die Luft schleuderten - natürlich ungelenkt was dem Prinzip des Fesselflugs ja schon nahe kommt.) Noch älter als der Fesselflug ist der Freiflug, als Segelflug, oder mit Verbrennungsmotoren. In der Schweiz liegt der Durchbruch von Fesselflug in den frühen 50er Jahren.

 

Der Amerikaner Nevill Jim Walker war einer der Fesselflug Pioniere. In den 40er Jahren stellte er einen aufwendig gebauten zwei Leinen Griff vor. Mittels zweier dünnen Steuerdrähten lenkte er kontrolliert sein Modell im Kreis. Das"U-Control-System" war dadurch erfunden. Legendär und weltbekannt ist sein damaliges Modell „FIREBALL".

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Definition

Fesselflug bedeutet Kreisflug. Ein Fesselflugmodell ist ein durch ein oder mehreren Verbrennungsmotoren angetriebenes Flugzeugmodell, das von seinem Piloten direktgesteuert wird. Mit einem Handgriff, der über zwei dünne Stahllitzen das Steuersegment bewegt, wird das Höhenruder betätigt und das Flugmodell in einer stabilen Flugbahn entgegen dem Uhrzeigersinn gehalten. Mit kunstflugtauglichen Modellen ist es möglich, einen Flugbereich in Form einer Halbkugel zu durchfliegen. Die Länge der Steuerlitze vom Handgriff bis zum Modell beträgt je nach Modellgröße zwischen 12 bis 20 Meter.
Fesselflugmodelle können aus der Hand oder vom Boden unter Zuhilfenahme eines Fahrwerkes gestartet werden. Ihre Flugstabilität erhalten die Fesselflugmodelle durch die Fliehkraft die beim Kreisflug entsteht. Einen großen Vorteil beim Fesselflug liegt bei den relativ geringen Anschaffungskosten für den Einstieg. Einmalig in dieser Sparte sind die feinfühlige Steuerung über Leinen und damit der direkte Kontakt zum Modell.

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Die 4 Hauptklassen:                                                              
F2A=Speed (Geschwindigkeitsmodelle)
F2B=Aerobatics/Stunt (Kunstflug)
F2C=Teamrace (Mannschaftsrennen)
F2D=Combat (Fuchsjagd)


Als Beispiel:


F2A Geschwindigkeitsflug

Die Kriterien dieser Klasse ist, das durch einen Verbrennungsmotor oder eines Strahltriebwerkes angetrieben Modell in einer stabilen Kreisbahn zu halten, die Flughöhe von einem bis drei Meter nicht wesentlich unter
bzw. zu überschreiten. Die exakte Geschwindigkeitsmessung hat man mit der Länge der Steuerleinen einfach gelöst. Die Drahtlänge beträgt 17.69m, das entspricht dem Kreisradius und ergibt mit neun Runden die genaue Strecke von einem Kilometer. Der Pilot muss während des Fluges mit Millimeterbewegungen die optimale Flughöhe anstreben, das Modell festhalten und natürlich um den Pylonmast laufen. Das ist geistig und körperich sehr anspruchsvoll.

Wenn das Modell eine Geschwindigkeit über 280km/h erreicht, ergibt das eine Rundenzeit von weniger als 1,4 Sekunden. Sport, wie Jogging und Krafttraining, ist angesagt.

Optisch sahen bis ca. 1975 die Speed-Modelle noch wie richtige Flugmodelle aus, mit zwei Flügel-
hälften am Rumpf.

Heute sind die asymmetrischen Modelle abstrakt, schon fast utopisch, dennoch für diesen Zweck ganz logische Fluggeräte. Zuschauer stellen die berechtigte Frage; ob das Modell schon einen Absturz hinter sich hat, da fehlt doch eine Flügelhälfte! Das muss bei dieser Sparte der neuesten Generation aber so sein.

Der Bau eines Speed-Modells ist ungeheuer aufwendig und zeitraubend. Die Herstellung des Rumpfes ist sehr anspruchsvoll, weil dieses wichtige Teil in Holzbauweise erstellt wird. Man hat festgestellt, dass Holzrümpfe gegenüber einer Carbon-Bauweise enorme Vorteile bringen. Holz absorbiert Vibrationen besser. Einige der Fachleute behaupten, am Sound eines Modells erkennt man, ob Holz- oder mit Carbonrumpf geflogen wird. Sehr gut eignen sich Holzsorten wie Linde, Pappel oder Limba.

Der Flügel wird aus dünnem max. 0,3mm starken Duralblech gefertigt und muss präzise gebaut werden, kleinste massliche Abweichungen können nach dem Verkleben nicht mehr korrigiert werden und der Tragflügel ist unbrauchbar. Die Motoren, die in einer Magnesiumschale eingeschraubt werden, sind Meisterwerke der Fertigungstechnik. Die Präzision dieser Triebwerke bzw. die oftmals unbekannte Materialauswahl dieser aus dem Osten stammenden Motoren entspricht der Formel 1 Qualität.

In verchromten Zylinder Büchsen aus spezieller Bronze werden Kolben mit einem Siliciumgehalt von über 30% mit wenigen 1/1000mm eingepasst. Resonanzrohre, die unglaublich genau auf die Drehzahl des Motors abgestimmt sind, man verwendet Auspuff- Steuerzeiten von 190 Grad, zeichnen die Triebwerke noch weiter aus. Keramisch beschichtete Kugellager sorgen durch geringsten Rollwiderstand für noch höhere Drehzahlen.

Diese Motoren erfordern eine 100%ige Wartung und sollten nach jedem Training gereinigt und auf Abnützung kontrolliert werden. Die oftmals vertretene Meinung, man sollte Motoren nicht zerlegen ist richtig, trifft aber für diese Sparte nicht zu. Zum Beispiel kann Flugsand einen Motor sehr stark beschädigen. Enorme Motorschäden können auch durch die Glühkerze entstehen. Pro Flug eine Kerze zu ersetzen ist absolut normal und es kann passieren, dass ein Teil des Wendels abbricht und sich zwischen Kolben und Laufbüchse den Weg zum Auspuff sucht oder auch nicht findet. Die Schäden an der Glühkerze werden meistens durch Vibrationen am Propeller, Rumpf, alles Verschraubbare oder sogar am Steuergestänge verursacht.

Betrieben wird der Motor mit einem Kraftstoffgemisch aus 80% Methanol und 20% Rizinusöl. Bei Verwendung synthetischen Ölen ist ein Leistungsabfall von bis zu 2% messbar.


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Die Spritversorgung basiert über einem Saugtank, der ganz speziell über viele Flüge hindurch richtig positioniert wird. Das Kraftstoffniveau ist immer 5-7mm unterhalb des Vergasers, also auf der Innenseite des Rumpfes und ist wiederum abhängig vom Abstand des Belüftungsrohres zum Saugrohr im Inneren des Tanks, sowie der Geometrie des Modells. Durch diese Anordnung entsteht im Flug durch die auftretende Fliehkraft Fallsprit mit erheblichem Druck, was wiederum Vergasergrößen bis zu 9.3mm Durchmesser zulässt. Der Propeller der aus Carbon gefertigt ist und nur ein Blatt aufweist und deshalb auf der gegenüberliegenden Seite ein Ausgleichsgewicht aus Messing besitzt. Drehzahlen von ca. 38.000 U/min sollte der Prop schon ertragen, sonst findet die unglaubliche Geschichte einer blitzartigen Zerbröselung des Modells statt. Bricht nämlich das Propellerblatt im Flug, bleibt das Gegengewicht im Spinner und die Folge ist eine unberechenbare Vibration, die das Modell in Bruchteile von Sekunden in zahllose Kleinteile zerschüttelt. Es ist unglaublich aber wahr, würde man den Motor nach einem solchen Crash nicht finden, man könnte oft nicht mehr feststellen ob es überhaupt ein Flugmodell war.

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„Gluschtig“ gemacht?

Dann dringend die Homepage von www.fesselflug.ch besuchen