Login

logo trans

RC-Helikopter


Man unterscheidet folgende Klassen von ferngesteuerten Hubschraubern:

    3-Kanal-Heli
    4-Kanal-Heli
    6-Kanal-Heli


Ein 3-Kanal-Heli ist nicht empfehlenswert, solche Hubschrauber sehen leider nur aus wie ein Hubschrauber. Auf Grund der nur drei vorhandener Steuerkanäle sind sie in der Praxis nicht zu gebrauchen.

Bei 4-Kanal-Helis handelt es sich um sogenannte Koax-Helis. Koax heißt zwei Rotoren, dadurch spart man den Heckrotor, weil die zwei Rotoren sich im Drehmoment gegenseitig aufheben. Steuerung über Gas (steigen sinken), Nick, Roll (re li vw rw) und Drehung um die Hochachse über Drehzahländerung der Motoren. Zu den Flugeigenschaften wäre zu sagen, durchaus einsteigerfreundlich. Wobei es zu beachten gilt, einschalten und abheben geht auch mit einem Koax nicht. Auch diese Art Hubschrauber muss man erst lernen zu fliegen - auch wenn es leichter als bei echten Pitchhelis ist. Das Problem, dass alle Koaxe jeder Größe haben, ist ihre konstruktionsbedingte Auslegung für maximale Flugstabilität. Einerseits macht das den Koax einigermaßen beherrschbar für Anfänger, andererseits beschränkt es ungemein die Flugeigenschaften. Das führt immer wieder dazu, dass Anfänger die Rotorblätter ihrer Koaxe schrotten, weil sie dem Koax Flugmanöver aufzwingen, die dieser nicht ausführen kann. Koaxe sind dafür gemacht, ein bisschen zu schweben, vor zurück, rechts links. Mehr geht nicht, weil die Paddelstange, die für maximale Flugstabilität sorgt und damit keine Flugmanöver zulässt, für die der Koax eigentlich eine gewisse Schräglage einnehmen müsste. Die Paddelstange wirkt wie ein mechanischer Kreisel und läßt sich nicht aus ihrer Lage auslenken. Koaxe sind nur für drinnen geeignet, draußen werden sie beim kleinsten Lufthauch unsteuerbar, weil sie nicht genug Schub erzeugen um gegen den Wind anzufliegen..

koax


6-Kanal-Helis
sind die Königsklasse des Modellbaus. Steuerung über Gas/Pitch, Nick, Roll, Heckrotor, Kreiselempfindlichkeit über Sender einstellbar.

An dieser Stelle eine kurze Erläuterung der Steuerfunktionen:

Kreiselempfindlichkeit: Einstellung der Regelempfindlichkeit des Kreisel und damit Beeinflussung des Steuerverhaltens um die Hochachse

Gas: Motorsteuerung
Nick: Steuerung um die Querachse, vorwärts rückwärts
Roll: Steuerung um die Längsachse, rechts links
Heckrotor: Steuerung der Drehung um die Hochachse.

450

Die Funktionsweise eines Hubschraubers

Gesteuert wird die Flugrichtung ausschließlich mit der Steuerung über die Taumelscheibe über kollektive und zyklische Blattverstellung.

Kollektive Blattverstellung: Alle Blätter werden um den gleichen Betrag im Anstellwinkel geändert, bewirken Steigen oder Sinken. Ein Sonderfall sind hier die drehzahlgesteuerten Hubschrauber, die keine kollektive Blattverstellung haben. Hier wird Steigen und Sinken durch Verändern der Drehzahl des Hauptrotors erreicht.
Zyklische Blattverstellung: Jedes Blatt wird einzeln im Anstellwinkel geändert, vorderes Blatt weniger hinteres Blatt mehr Anstellwinkel bewirkt Vorwärtsflug, rückwärts entsprechend andersherumrechtes Blatt weniger, linkes Blatt mehr Anstellwinkel bewirkt Flug nach rechts, nach links entsprechend andersherum.


Bau und Einstellung des Modells
Es gibt RTF-Modelle (Ready To Fly), wobei man aber bedenken sollte, dass ein fertig gebautes Modell nicht fertig zum Fliegen ist. Zuerst werden alle Schraubverbindungen kontrolliert und ggf. gesichert. Danach wird die gesamte Elektronik überprüft und eingestellt. Es gibt kein Fertigmodell, was man auspackt und losfliegt. Jetzt wird der Sender eingestellt, Servowege eingestellt, Regler eingelernt, Kreisel eingestellt.

Der Kreisel dient in Verbindung mit dem Heckrotor dem Drehmomentausgleich.

Der Heckrotor wirkt dem Drehmoment entgegen, das der Hauptrotor auf den Hubschrauber ausübt. Man unterscheidet folgende Wirkungsweisen:

    Normal
    Heading Hold

Normal heißt: Der Kreisel steuert das Heckrotorservo nur solange an, bis die ungewollte Drehung um die Hochachse aufhört. Danach steht aber das Heck versetzt zur Ausgangslage, weil sich der Hubschrauber ja um die Hochachse gedreht hat.
Heading Hold heißt: Der Kreisel steuert das Heckrotorservo so lange an, bis das Heck wieder in die Ausgangslage zurückkehrt. Mit anderen Worten, der Kreisel kennt die Ausgangslage und hält diese konstant.


Steuerknüppelbelegung
t8fg


Wichtig ist: Wenn man sich einen erfahrenen Pilot zu Hilfe nimmt, MUSS der eigene Sender die gleiche Knüppelbelegung wie der Sender des anderen Piloten haben. Denn auch der beste Pilot kann keinen Hubschrauber fliegen, dessen Sender die Funktionen anders belegt hat als man selber fliegt. Das heißt, man kann nicht mit "Gas rechts" jemand bitten den Heli einzufliegen, der mit "Gas links" fliegt. Eine Ausnahme ist wenn ein Lehrer-Schüler System verwendet wird.


Modellauswahl

Es wird immer wieder nach Einsteigerhelis gefragt. Diese Frage kann man eigentlich nicht beantworten, denn es gibt keinen einsteigerfeundlichen Hubschrauber im Sinne von "einfach zu fliegen" - "einfach zu lernen". Hubschrauberfliegenlernen ist mit jedem Modell schwer.

Einsteigerhelis zeichnen sich meist durch den Preis aus, heißt es werden Standardkomponenten angeboten. Für den Einsteig reicht das aber allemal. Aufrüsten kann man später immer noch. Wie schon erwähnt, sind Pitchhelis am schwersten zu beherrschen. Andererseits kann man jeden anderen Hubschrauber, also drehzahlgesteuert oder Koax fliegen.

Das bedeutet aber: Wenn man Koax beherrscht und auf drehzahlgesteuerte Hubschrauber umsteigt - fängt man wieder von vorn an!

Mit anderen Worten: Für den Lernerfolg mit Pitchhubschraubern muss man nicht zwingend mit Koaxen oder drehzahlgesteuerten Hubschraubern anfangen. Im Gegenteil, wenn man versucht einen Pitchheli wie einen Koax zu fliegen, ist der Hubschrauber schneller am Boden zerschellt als man denkt: Wie konnte das passieren?

Man kann sich auch einen 700er Trex mit 10 LiPo für den Anfang kaufen. Mit Hilfe eines erfahrenen Piloten und der nötigen Umsicht beim Fliegen (... heißt keine Mätzchen...) nicht zuviel zutrauen sondern konzentriert schweben lernen, ist so etwas auch kein Ding der Unmöglichkeit. Dass es nicht viele Anfänger so machen liegt nicht an der Umsetzbarkeit, sondern am Preis eines großen Hubschraubers.

Rumpfhubschrauber

Der Blickfang schlechthin. Nur leider absolut nicht einsteigerfeundlich. Denn spätestens beim ersten Absturz (der eher früher als später kommt) ist der schöne Rumpf zerstört. Wenn man einen Pitchhubschrauber hat, sollte man schon den Rundflug beherrschen, bevor man sich einen Rumpf für sein Modell zulegt. Es gibt auch Rümpfe für Koaxe und drehzahlgesteuerte Hubschrauber. Hier gilt auch das oben gesagte, besser mit einem Modell ohne Rumpf anfangen. Bei den Letztgenannten kommt noch hinzu, dass ein Rumpf die Flugeigenschaften verschlechtert und die Flugzeit verkürzt. Das ist leider so, weil bei so kleinen Hubschraubern der Rumpf im Verhältnis zum Rest ziemlich schwer ist. Und mehr Gewicht bedeutet mehr Stromaufnahme und das heißt weniger Flugzeit...

Bei Koaxen und drehzahlgesteuerten Hubschraubern, (die man sowieso nicht draußen fliegen sollte) kommt noch dazu, dass ein Rumpf die Angriffsfläche für den Wind erhöht. Da ist es beim leisesten Lufthauch aus mit der Steuerbarkeit. Selbst 450er Hubschrauber sind mit Rumpf nur bedingt zu empfehlen. Die wiegen ohne Rumpf 700-800g, mit Rumpf 100-1100g. Das ist die absolute Gewichtsobergrenze für Rotordurchmesser um 70cm. Hingegen nahezu grenzenlos sind die Ausbaumöglichkeiten beim Pitchhubschrauber über 1m Rotordurchmesser. Hier spielt das zusätzliche Gewicht des Rumpfes kaum eine Rolle.


hughes 

Einsatzzweck

Hier unterscheidet man zwischen Rundflug und Kunstflug. Oft wird dafür die Bezeichnung 3D verwendet, was aber ziemlich falsch ist. 3D bedeutet dreidimensional, aber jedes Gerät was sich in die Luft erheben kann, kann sich in 3 Dimensionen bewegen. Rundflug wird man üblicherweise vorzugsweise mit Rumpfhubschraubern machen, Kunstflug mit Trainermodellen mit Kabinenhaube. Wobei die zwar auch für Rundflug gehen, aber hier kommen wir zu einem kleinen Dilemma: Fast ausnahmslos werden heutzutage Pitchhubschrauber für absoluten Kunstflug angeboten. Die sind auf kompromisslose Flugleistung ausgelegt, die Mechanik ist entsprechend schwer. Hubschrauber für Rundflug haben sehr leichte Mechaniken, sind dafür nicht so auf absolute Höchstleistungen im Flug ausgelegt.

Will man also seinen Hubschrauber auf lange Flugzeiten auslegen, braucht man eine leichte Mechanik, weil man da größere und somit schwerere Akkus nehmen kann.
Das sollte man vor dem Kauf bedenken, wenn man Wert auf Flugzeit und nicht auf Flugleistung legt. Beim Koax wäre zu sagen, hier hat man keine Möglichkeiten, die Flugzeit durch Akkus mit mehr Kapazität zu erhöhen. Die Leistungsreserven sind so gering, dass die Mehrkapazität durch mehr Gasgeben wieder aufgehoben wird.

Simulator

Simulatoren sind sehr zu empfehlen, um die grundlegenden Steuerungsabläufe ohne Absturzgefahr zu trainieren. Bevor man einen Hubschrauber das erste Mal in die Luft zu bringen versucht, sollte man im Sim solange geübt haben, bis Schweben im Sim klappt. Der Sim kann zwar nicht die Realität simulieren, aber so weiß man schon 'mal, was man wie steuern muss. Jeder lernt unterschiedlich schnell, daher kann man nicht sagen wie lange man Sim fliegen sollte. 6-8 Stunden Sim fliegen sollte man aber schon einplanen. Reduziert ungemein die Ersatzteilkosten. Welchen Sim man nimmt, ist Geschmackssache. Es gibt kostenlose und welche bis 400 Fr. Zum Fliegen lernen taugen alle, die teuren haben eine fotorealistische Grafik, die kostenlosen sehen ein bißchen hölzern aus.

Wichtig!

Die Versicherungspflicht für Flugmodelle: Die braucht man, egal ob 3-Kanal-Spielzeug oder 3m-Turbinenhubschrauber. Diese dient nicht der Abdeckung eigener Schäden, sondern zur Abdeckung der Schäden, die man mit seinem Modell im Ernstfall anderen zufügt. Hat man diese Versicherung nicht und es kommt zum schlimmsten Fall, wo das eigene Modell (durch welche Umstände auch immer) andere verletzt oder noch schlimmeres, bezahlt man das aus eigener Tasche. Da wird man lebenslang zur Kasse gebeten bei den Summen um die es da geht.

Da sind die 40 oder 60 Fr. Jahresbeitrag für eine Haftpflichtversicherung für Flugmodelle verschwindend gering. Wo man diese abschließt, ist nicht so wichtig.
Es gibt Vereine, wo man als Mitglied automatisch versichert ist oder man tritt als Einzelmitglied einem der Dachverbände bei, wen man nicht in einen Verein eintreten möchte, zum Beispiel Aero-Club oder SMV.