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Segelflug

 

RC Segelflug
Geschrieben von: Patrik Scherrer

 

Wie alles anfing

 

Das motorlose Segelfliegen ist der eigentliche Ursprung des (Modell-) Flugsportes. Es ist ein sehr intensives Zusammenspiel mit der Natur und ein idealer Einstieg in die Modellfliegerei. Auch meine Karriere hat mit Segelflug angefangen. Das erste Freiflugmodell, „der kleine UHU“, haben mein Vater und ich gemeinsam zusammengebaut. Nach dem x-ten Hochstart kam das Modell in eine Thermikablösung, stieg und stieg und stieg, um dann auf „nimmer Wiedersehen“ zu verschwinden. Seit diesem eindrücklichen Erlebnis sind alle meine Segelflugzeuge angeschrieben…


 

kleineruhu AmigoII

 

 

Danach folgten weitere selbstgebaute Freiflugmodelle (Kö B und Kö C) und anschliessend, nach längerer Bearbeitungszeit meiner Eltern, das erste ferngesteuerte Modell Amigo II mit einer 4 Kanal Occasion Fernsteuerung.

 

Die Vielfalt

 

Die Vielfalt bei funkferngesteuerten (RC) Segelflugzeugen ist enorm. Die Palette reicht gemütlichen Oldtimern bis hin zu Hightech-Modellen, mit welchen das komplette Akroprogramm und extreme Geschwindigkeiten möglich sind. Von kleinsten Modellen bis zum Massstab 1:2 gibt es heute alles. Oft sind diese Modelle dem Original entsprechend (Scale) oder daran angelehnt (Semi-Scale). Es gibt aber auch viele Modelle, welche speziell für den Modellbau entworfen wurden und hervorragende Flugeigenschaften besitzen.


 

Modellvielfalt

 


Die Faszination

 

Die eigentliche Faszination, nebst dem Bau der Modelle und der Kameradschaft, ist das Fliegen mit dem Element Natur. Der stetige Versuch, es nur annährend so gut zu machen wie unsere Greifvögel, ist schon eine gewaltige Herausforderung. Die permanente Luftraumüberwachung, das Suchen von Aufwinden und die rechtzeitige Entscheidung, wann zu landen ist (ohne Motor bzw. einem Antrieb….) machen den RC Segelflug sehr attraktiv.

So habe ich schon erlebt, wie der Segler eines Modellflugkollegen von ein Greifvogel vom Himmel geholt wurde. Der Angriff zielte auf das Höhenleitwerk, wo der Greifvogel die Anlenkung ausriss und Krallenspuren hinterliess. Mit viel Akrobatik (ohne Höhenruder hat man ziemlich verloren…) brachte der Pilot das Modell „gespitzt“ aber wieder reparierbar auf den Boden. Natur pur… und hier die Bilder:


 

Greiffogel Angriff1

Angriff2

 


Segelfliegen in der Ebene

 

In der Ebene kann nur geflogen werden, wenn eine gewisse Ausgangshöhe erreicht wird. Diese wird benötigt, um nach Aufwinden zu suchen und Höhe zu gewinnen. Hierfür gibt es Hochstarteinrichtungen mit Motor, mit Gummiseilen oder aber ein motorgetriebenes (Elektro- oder Verbrenner) Motormodell zieht das Segelmodell in die Höhe. Ganz wie die grossen Vorbilder z.B. im Birrfeld, Buttwil etc.

 


Hochstartgummi Schlepp

 

Segelfliegen am Hang

 

An einem Hang zu fliegen, welcher vom Wind passend angeströmt wird, verlangt höchste Konzentration. Hier wird mit dem Segelmodell relativ nahe am Hindernis (Hang/ Bäume) geflogen. Als Pilot muss man jederzeit bereit sein, um das Modell vor einer drohenden Hangberührung wegzudrehen. Je nach Windstärke und Modell sind hier atemberaubende Geschwindigkeiten und Flugfiguren möglich.

 


Hangflug1 Hangflug2

 


Segelfliegen Alpin

 

Eine sehr eindrückliche Art des RC Segelfliegens erlebt, wer in höher gelegenen Gebieten fliegt. Hierfür sollte der Pilot sein Modell sehr gut kennen und am besten einen erfahrenen Kollegen mitnehmen. Geflogen wird vor einem eindrücklichen Panorama. Wind- und Wetterveränderungen müssen sehr gut eingeschätzt, respektive vorausgesehen werden können. Die Wetterlage kann sehr rasch ändern und zur Bedrohung für das Modell werden, wenn man sich nicht rechtzeitig für eine Landung entscheidet. In solchen Gebieten sind sehr lange Flugzeiten möglich (über 1 Std.). So habe ich schon erlebt, dass ich während eines langen Fluges meinen Blick für einen kurzen Moment von meinem Segler weg richtete und ihn danach am Horizont nicht mehr ausmache konnte. Weg war der Segler – der Berg hat ihn bis heute behalten, trotz Adresse im Modell!


 

Alpin1 Alpin2